Das Meer rührt mich an. Nach jeder Reise an die Küste trage ich die inneren Bilder des Wechselspiels von Wasser, Wind und Wolken begeistert nach Hause. Die ganz unterschiedlichen Stimmungen und die Farben des Meeres faszinieren mich: In meinen Bildern versuche ich, all diese Facetten festzuhalten.

 

Menschen und Spuren der Zivilisation sucht man meistens vergeblich in meinen Darstellungen. All das umgibt mich in meiner Heimat, der Kölner Innenstadt, jeden Tag. Die Landschaftsmalerei ist für mich da wie eine Auszeit von der Hektik des Großstadtalltags.

 

Geboren 1972 wuchs ich im nördlichen Münsterland auf. 2009 habe ich mich nach hauptberuflicher und ehrenamtlicher Arbeit als Sozialpädagogin in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Erwachsenenbildung verstärkt der Malerei zugewandt.

 

Atelier:

Seit Mitte März 2016 in Ateliergemeinschaft im "Quartier am Hafen" in Köln-Poll.

 

Künstlerische Ausbildung:

Von 2009 bis 2015 bei Ivan Dimov und Viktoria Lundgruen.

 

Mitgliedschaft in der Künstlergruppe "4 mal Farbe"


Interview mit der Kunsthistorikerin Hildegard Willenbring

1. Gibt oder gab es eine Person in Ihrem Leben, die Ihr Denken und Ihre Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit entscheidend beeinflusst oder geprägt hat?

Mich beeindrucken die Bilder von William Turner, und ich bin fasziniert von den künstlerischen Fähigkeiten meines ehemaligen Dozenten Ivan Dimov.
 

2. Wie bilden sich Ideen für Ihre Arbeit? Was inspiriert Sie?

Ich liebe das Meer und könnte stundenlang einfach nur dasitzen und auf das Wasser schauen. Das finde ich unheimlich wohltuend. Da ich in Köln und nicht irgendwo an der See wohne, versuche ich die inneren Bilder, die ich nach jedem Besuch an der Küste mit nach Hause nehme, auf der Leinwand festzuhalten.

 

3. Welches Material bevorzugen Sie und warum?

Auch wenn ich mich zwischendurch an Ölfarben gewagt habe, male ich viel lieber mit Acrylfarben. Meine Bilder bestehen oft aus sehr vielen Farbschichten und die kurzen Trocknungszeiten der Acrylfarbe erleichtern meine Arbeit.

 

4. Wie lassen Sie sich auf eine neue Arbeit ein?

Es gibt Zeiten, da male ich einfach drauf los und sehe, welche Meerlandschaft sich entwickelt. Ein anderes Mal habe ich ein halbwegs fertiges Bild vor Augen.

5. Wie drückt sich Realität und Intuition in Ihrer Arbeit aus?

Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal sind es Urlaubsimpressionen, Fotos von Landschaften, die ich versuche festzuhalten. Manchmal sind es aber auch einfach Stimmungen, Bilder in meinem Kopf, die ich male.

 

6. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsmethode?

 Zunächst grundiere ich die Leinwand in einer Farbe, die entweder zu meinem Bild im Kopf passt oder in einer Farbe, die mich gerade irgendwie anspricht. Dann folgen die ersten Farbschichten, die – je nach Bild – z. B. Himmel und Meer andeuten. Es folgen weitere Ausarbeitungen und Lasuren bis das Bild irgendwann fertig ist. Einige Bilder brauchen auch eine längere Schaffenspause, in der sie in der Ecke stehen und „reifen“ dürfen.

 

7. Wo sehen Sie die Herausforderung Ihrer Kunst für den Betrachter?

Das ist je nach Bild sehr unterschiedlich und hängt davon ab, ob jemand das Meer mit all seinen Stimmungen so wie ich mag oder eher nicht. Für manche Menschen sind die düsteren, stürmischen Meerbilder schwer zu ertragen. Andere finden die ruhigeren, „lieblicheren“ Bilder „langweilig“. Die eigentliche Herausforderung ist aber glaube ich, sich überhaupt auf die Landschaftsbilder einzulassen, denn besonders „hip“ ist diese Art der Malerei ja nicht.

 

8. Wann ist für Sie die Arbeit an Ihrem Kunstwerk abgeschlossen oder wirkungsvoll?

Ein Bild ist dann fertig, wenn ich (wenigstens halbwegs) zufrieden bin, wenn ich das Gefühl habe, dass die gewünschte Stimmung transportiert wird.

 

9. Beschreiben Sie Ihr künstlerisches Anliegen?

Ich versuche, dem Geheimnis der jeweiligen Stimmungen in der Natur (vor allem im Meer) auf den Grund zu gehen und sie einzufangen.

 

10. Was bedeutet für Sie der Ausdruck: „Ein Leben mit Kunst“?

Ein Leben mit Kunst ist eine Bereicherung, eine Befreiung, eine Wohltat, eine Möglichkeit, mich auszudrücken und im Malen ganz „Loszulassen“.

 

Quelle:

Blog "Muse Kunst" von Hildegard Willenbring (April 2016)  - http://musekunst.de/marion-wenge-das-interview/


Die Entstehung einer Meeresstimmung anhand der Zusammenstellung von Fotos: